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Tagesgeld Einlagensicherung

Die Einlagensicherung ist ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Tagesgeldkontos.
Für die Geldanlage Tagesgeld gilt zum einen die in der EU gesetzlich geregelte Einlagensicherung, zum anderen greifen zusätzliche Sicherungsmechanismen, wie zum Beispiel freiwillige Sicherungsfonds, die strikt vorgeschriebenen Eigenkapitalquoten und eine gegenseitige Haftung innerhalb verschiedener Bankenorganisationen. Alle Banken im nachgerechnet.de Tagesgeldvergleich haben 100% Einlagensicherung. Jetzt vergleichen und sparen!

Tagesgeld Banken aus unserem Vergleich
Einlagensicherung

Die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken mbH sowie die Entschädigungseinrichtung des Bundesverbandes öffentlicher Banken Deutschlands mbH setzen zunächst die gesetzlichen Vorschriften zur Einlagensicherung von 100.000 Euro je Kunde je Bank für Tagesgeld um. Darüber hinaus übernehmen die freiwilligen Einlagensicherungsfonds der beiden Verbände die Haftung für die den Betrag übersteigenden Summen in unterschiedlicher Höhe: Der Bundesverband deutscher Banken e.V. steht derzeit mit 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals, der Bundesverband öffentlicher Banken e.V. steht für 100 Prozent ohne Begrenzung nach oben ein. Um dies zu finanzieren zahlen alle Mitglieder des Bundesverbandes öffentlicher Banken Deutschlands e.V. jährlich am 30. September Beiträge in Höhe von 0,005 Prozent der Bemessungsgrundlage und tragen so zum Gesamtvolumen des Fonds von 0,1 Prozent der Einlagensumme, die es zu sichern gilt, bei. Da die Volksbanken und Sparkassen in Deutschland separat organisiert sind, betreiben diese auch eigenständige Sicherungssysteme: die Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken zum einen und zum anderen den Haftungsverbund der Sparkassen-Gruppe, welcher noch weitere regionale Stützungsfonds beinhaltet. Beide Sicherungssysteme versprechen eine unbegrenzte Haftung.

Insolvenzfall - welche Maßnahmen der Einlagensicherung greifen?

Die strengen Vorschriften zur Bildung von Eigenkapital sind dafür vorgesehen, dass eine Insolvenz vermieden werden kann. Die Höhe der Eigenkapitalquote wurde in der sogenannten Solvabilitätsverordnung des Bundesministeriums für Finanzen festgelegt und beziffert den Mindestanteil an pro Bank vorzuhaltendem Eigenkapital. Da die deutschen Banken unterschiedlichen Risiken ausgesetzt sind, wird die Eigenkapitalquote entsprechend variabel vereinbart. Weitere Sicherungen geben die wechselseitigen Haftungsvereinbarungen, zum Beispiel zwischen Mutter- und Tochter-Konzernen, die als Patronatserklärungen bezeichnet werden. Bei den Genossenschaftsbanken und Sparkassen hingegen besteht die Institutssicherung, die die Risiken für die einzelnen Bankhäuser minimiert. Um das eigene Institut vor einer Insolvenz zu schützen, können diese Vereinbarungen rechtlich bindend oder freiwillig getroffen werden. Tritt der Entschädigungsfall beim Tagesgeld, also die Insolvenz einer Bank, ein, müssen die Ansprüche sofort bei der zuständigen Entschädigungseinrichtung geltend gemacht werden. Die Abwicklung darf gemäß den vereinbarten EU-Richtlinien nicht länger als 20 Arbeitstage ab Meldung in Ansprucvh nehmen. Im ersten Schritt tritt die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank für Tages- und Festgelder sowie weitere Kapitalanlagen in Kraft. Ansprechpartner für Kunden privater Banken ist demnach die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB), für Kunden anderer Banken die Entschädigungseinrichtung des Bundesverbandes öffentlicher Banken. Sind Einlagen über 100.000 Euro gefährdet, ist die nächste Stufe der Einlagensicherung in Deutschland zuständig: die verschiedenen Einlagensicherungsfonds der unterschiedlich aufgestellten Bankengruppen. Zum einen bestreiten die 170 deutschen Geschäftsbanken den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken, um mit bis zu 30 Prozent ihres gesetzlich vorgeschriebenen Eigenkapitals für die Sicherheit der Kundeneinlagen zu haften. Allerdings tritt die volle Haftung erst nach mindestens drei Jahren Mitgliedschaft ein, bis dahin beträgt die Obergrenze 250.000 Euro pro Person. Die öffentlichen Banken, Sparkassen sowie die Volks- und Raiffeisenbanken sagen eine unbegrenzte Haftung zu.

Übersicht über die Einlagensicherungssysteme in Deutschland

Einlagensicherungssystem Haftungsumfang

Entschädigungseinrichtung deutscher Banken mbH 100.000 Euro

Entschädigungseinrichtung Bundesverband
öffentlicher Banken Deutschlands mbH 100.000 Euro

Einlagensicherungsfonds Bundesverband
deutscher Banken e.V. 30 Prozent des EK*

Einlagensicherungsfonds Bundesverband
öffentlicher Banken Deutschlands e.V. ab 100.000 Euro unbegrenzt

Sicherungseinrichtung Bundesverband
der Volks-und Raiffeisenbanken unbegrenzt

Sicherungseinrichtung Haftungsverbund
Sparkassen unbegrenzt

* Bemessungsgrundlage ist das maßgeblich haftende Eigenkapital, ab 2015 ist eine Reduzierung des Haftungsanteils auf 20 Prozent vorgesehen, 2020 – 15 Prozent, 2025 – 8,75 Prozent

Anlagen im Ausland - greift die Haftung?

Da sich immer mehr ausländische Anbieter im Bereich Tages- oder Festgeld auf den deutschen Markt drängen, stellt sich natürlich die berechtigte Frage, ob die gesetzliche Einlagensicherung auch für diese Tagesgeld Angebote gilt. Grundsätzlich greift auch im Ausland die gesetzliche Einlagensicherung:

Land Grenze der Einlagensicherung
Belgien 100.000 Euro
Bulgarien 100.000 Euro
Dänemark 100.000 Euro
Deutschland 100.000 Euro
Estland 100.000 Euro
Finnland 100.000 Euro
Frankreich 100.000 Euro
Griechenland 100.000 Euro
Großbritannien 100.000 Euro
Irland 100.000 Euro
Island 20.887 Euro
Italien 103.291 Euro
Lettland 100.000 Euro
Litauen 100.000 Euro
Luxemburg 100.000 Euro
Niederlande 100.000 Euro
Österreich 100.000 Euro
Portugal 100.000 Euro
Schweden 100.000 Euro
Schweiz 100.000 CHF
Slowenien 100.000 Euro
Spanien 100.000 Euro
Japan 100.000 JPY
Kanada 100.000 CAD
USA 100.000 USD
Stand Oktober 2013

Es macht aber durchaus Sinn, sich mit den zusätzlichen Sicherungssystemen der Banken und Länder zu befassen – und nicht nur die Höhe der Tagesgeldzinsen bei der Auswahl in Betracht zu ziehen. Es gibt durchaus auch im Ausland Beispiele für unbegrenzte Haftungen.

Ist die Anlage in Tagesgeld sicher?

Insgesamt kann die Geldanlage Tagesgeld als ausgesprochen sicher bezeichnet werden, da über die gesetzliche Einlagensicherung bis zu einer Höhe von 100.000 Euro pro Kunde und pro Bank hinaus zusätzliche Sicherungssysteme existieren. Für den Anlagebetrag, der die 100.000 Euro übersteigt, garantieren die Volks- und Raiffeisenbanken sowie Sparkassen eine unbegrenzte Haftung, die deutschen Geschäftsbanken haften mit bis zu 30 Prozent ihres gesamten Eigenkapitals – also in Milliardenhöhe. Bei ausländischen Anbietern für Tagesgeldkonten greifen neben der gesetzlich vereinbarten Sicherung der Einlagen ebenfalls zusätzliche Sicherungssysteme, allerdings unterscheiden sich diese in Abhängigkeit von der Bank und dem jeweiligen Land. Bei der Auswahl und dem Vergleich von Tagesgeldkonditionen sollten also auch diese Kriterien eine große Rolle spielen.

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