Wie Sparer durch Überziehung des Kontos noch ärmer werden

Viele Sparer legen monatlich 50 bis 100 Euro zurück, um sich ein Polster für Großanschaffungen, Reparaturen oder gar den nächsten Sommerurlaub in die Karibik zu schaffen. Gleichzeitig wird das Girokonto regelmäßig überzogen. Genau an dieser Stelle sollten Sparfüchse ansetzen, denn Überziehungszinsen sind viel teurer als der minimale Zinssatz, den man für den angesparten Betrag bekommt. Die dadurch vergebenen Dispositions-Kredite sind enorm teuer.
Für ein Darlehen zahlt man durchschnittlich 10 Prozent und mehr an das jeweilige Kreditinstitut. Somit begnügt man sich beim Sparen mit einem winzigen Zinssatz, während man rund zehnmal so viel Zinsen an die Bank zahlt. Kaum ein Kreditzins liegt noch unterhalb des Anlagezinses.
Darüber machen sich viele Sparer allerdings keine Gedanken, keiner vergleicht gerne Zinssätze. Dennoch könnte sich so etwas durchaus rentieren: Wer monatlich 100 Euro auf ein Sparkonto oder Tagesgeldkonto legt, bekommt im Schnitt nur 0,6 Prozent, sprich 5 Cent im Monat. Durch die Überziehung des Girokontos zahlt man für den Dispo-Kredit ca. 11 Prozent Überziehungsgebühr. Bei 100 Euro macht das rund einen Euro im Monat. Somit wäre es oftmals sinnvoll, das Girokonto mit den 100 Euro auszugleichen, die man eigentlich auf das Tagesgeldkonto überweist. Zumindest würde man so keinen Verlust machen.
Je höher die Kreditsumme – bei gleichzeitig langer Darlehens-Laufzeit – desto schlechter ist dies für den Sparer. Für die Bank ist das natürlich sehr rentabel. Das Fazit ist erschreckend aber wahr: Wer weniger spart, hat letztendlich mehr Geld. Dennoch ist ein Tagesgeldkonto sehr sinnvoll, da das Vermögen jederzeit frei verfügbar ist und man darauf zugreifen kann. Der Zinssatz liegt derzeit bei einigen Anbietern über der Inflationsrate, was die Nachfrage nach Tagesgeldkonten natürlich in die Höhe schießen lässt. Somit sollte man sein Konto also lieber nicht überziehen und stattdessen fleißig weiter auf das Tagesgeldkonto einzahlen.