Schifffahrtsbranche bringt Finanzstabilität ins Wanken

Die deutschen Kreditinstitute stehen vor einer großen Herausforderung: ihnen steht eine Bilanzprüfung der EZB ins Haus. Im nächsten Jahr sollen rund 128 Banken im Euroraum geprüft werden. Nationale Aufsichtsbehörden werden Beistand leisten. Beginn der Bilanzprüfung soll schon diesen Monat sein. 24 deutsche Banken müssen sich der Prüfung unterziehen.
Vor Allem Schiffskredite und Gewerbeimmobilien stellen derzeit Risiken dar. Seit Mitte letzten Jahres wurde der Kreditbestand in der Schifffahrtsbranche um ca. 10 Prozent gemindert. Weitere Wertberichtigungen werden laut Experten noch folgen. Realistisch sei eine Erholung frühestens im Jahr 2015. 98 Milliarden Euro an Schiffskrediten wurden noch letztes Jahr im Juni in deutschen Banken verbucht. Wegen ausfallgefährdeten Krediten wurde die Risikovorsorge aufgestockt. Betroffene Kreditinstitute sind beispielsweise die Commerzbank und die HSH Nordbank. Wie in allen finanzlastigen Branchen, drückt auch hier der gegenwärtig enorm niedrige Zinssatz auf die Stimmung – und auf die Margen. Somit wurde an die betroffenen Banken appelliert, ihre Geschäftsmodelle zunächst zu prüfen und gegebenenfalls auch anzupassen.
Die Versicherungsbranche ist momentan noch nicht betroffen, könnte aber auch ins Wanken geraten. Richtig problematisch wird es dann, wenn Banken und Versicherer anfangen in risikoreiche Anlagen zu investieren. Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret rät dazu, die vorherrschenden Gesetze hierzu zu reformieren. Nur eine Umgestaltung kann hier Abhilfe schaffen. Auch die Nullgewichtung von Staatsanleihen sollte ein Ende haben: „Mittelfristig sollten Banken Staatsanleihen mit Eigenkapital unterlegen müssen. Zudem sollte es eine Obergrenze für Kredite an einzelne Staaten geben“, so Dombret.