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Microsoft: Anleihe als Finanzspritze

Mit dem weltweit genutzten Betriebssystem Windows ist der Software-Riese Microsoft einst milliardenschwer geworden. So mag man den Nachrichten dieser Tage kaum Glauben schenken, denn diese berichten über die Verschuldung des Konzerns. Doch was auf den ersten Blick tragisch klingen mag, ist reine Strategie. Microsoft hat vor, eigene Aktien aufzukaufen. Durch Anleihen soll Geld in die Kasse fließen – die Finanzabteilung rechnet mit acht Milliarden Dollar. Weshalb dieser Aufwand, wenn die Quartalszahlen doch ganz andere Schlüsse ziehen lassen? Jährlich nimmt der weltweit agierende Konzern Milliarden durch große Tochterkonzerne auf dem ganzen Globus ein. Fließen diese Gelder wieder zurück in die Zentrale in den USA, so müssen alle Einnahmen versteuert werden. Um diesen Schritt zu umgehen, hat sich das Unternehmen den Clou mit der Anleihe ausgedacht. Schon im Jahr 2010 hatte Microsoft auf diese Weise den Kurs nach oben getrieben, da somit weniger Anteilsscheine auf dem Markt verfügbar sind. Da die Zinsen gerade überall derartig niedrig sind, lohnt es sich für Microsoft. Die Anleihe wird in Dollar sowie auch in Euro verkauft. Dieser Coup wird wohl der größte diesen Ausmaßes – zuletzt hatte das amerikanische Unternehmen AT&T vor rund 12 Jahren solch eine Euro-Dollar-Anleihe verkauft.