Kredit-Mythen – Lüge oder Wahrheit?

In der Verbraucherwelt kursieren viele Mythen über Kredite. Wir haben die fünf häufigsten für Sie zusammen- und richtig gestellt.

Kredit-Mythos Nummer 1: „Der günstigste Zins ist der Schaufensterzins“

Laien kennen Begriffe aus der Finanzwelt oftmals nur vom Hören-Sagen. So verhält es sich zum Beispiel auch mit dem sogenannten Schaufensterzins. Viele Verbraucher meinen, der Schaufensterzins ist immer der günstigste. Allerdings macht es die Bank mit ihren Produkten genauso wie ein Einzelhändler. Dieser stellt beispielsweise seinen Verkaufsschlager ins Schaufenster. Die Bank hingegen stellt das Angebot mit den bestmöglichen Kreditkonditionen. Was hierbei natürlich für den Verbraucher nicht ersichtlich ist: Die Konditionen berücksichtigen zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht die Einkommenslage, Bonität und die individuelle Situation des Kreditnehmers. Ratsam ist es also, nicht blind Verträge abzuschließen, denn danach kommt das böse Erwachen. Man sollte vor Abschluss des Vertrages erst ein Angebot der Bank einholen.

Fazit: Der Schaufensterzins ist nur auf den ersten Blick der günstigste.

 

Kredit-Mythos Nummer 2: „Ratenkredite sind teurer als die Kontoüberziehung“

Nur mal kurz das Konto überziehen, am Ende des Monats ist ja alles wieder im Lot. Das denken sich leider viele Verbraucher. Doch die Zinsen, die man dabei zahlt, sind enorm hoch. Ein günstiger Ratenkredit schafft hier Abhilfe. Vor allem wenn die Überziehung zum Dauerbrenner wird, ist der Kredit die bessere Alternative. Meist gibt es diesen schon zu guten Konditionen und die Überziehung des Kontos kann nicht zur Schuldenfalle werden.

Fazit: Die Kontoüberziehung kann zur Schuldenfalle werden.

 

Kredit-Mythos Nummer 3: „Mit unterschreiben des Vertrages ist man die komplette Laufzeit gebunden“

Auch dieser Mythos kursiert seit Jahren in aller Munde. Jedoch ist der Widerruf sogar gesetzlich geregelt. Meist beträgt die Widerrufsfrist 14 Tage. Doch auch nach Ablauf dieser zwei Wochen kann man vom Vertrag zurücktreten. Da sich keiner genau mit diesem Widerrufsrecht auskennt, spielen die Banken mit der Unwissenheit ihrer Kunden. Allerdings sollte man sich vor Vertragsabschluss genau über die Kosten informieren, die ein Widerruf verursacht. In den meisten Fällen ist es 1 Prozent der Kreditsumme, die sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung. Auch hier sind die Banken an das Gesetz gebunden. Mehr hierzu finden Sie in der Verbraucherkredit-Richtlinie.

Fazit: Vorzeitige Kündigungen sind definitiv möglich.

 

Kredit-Mythos Nummer 4: „Die Hausbank vergibt die günstigsten Kredite

Viele Verbraucher vertrauen in ihre Bank, sie haben einen festen Ansprechpartner und alle Konten bei ein und derselben Bank. Deshalb muss man hier auch die günstigsten Konditionen erhalten. Doch stimmt das wirklich? Experten raten davon ab, sich darauf zu verlassen. Auch die eigene Hausbank will ihre Produkte an den Mann bringen. Nicht immer sind das auch die Angebote mit den günstigsten Konditionen. Somit sollte man auch hier lieber mehrere Angebote einholen und diese dann vergleichen. Hat man ein konkretes Angebot, sollte man es seinem Ansprechpartner bei der Hausbank vorlegen. So kann dieser entscheiden, ob er Ihnen das auch ermöglichen kann, oder Sie doch das Angebot einer anderen Bank annehmen sollten.

Fazit: Nicht immer ist die Hausbank auch die günstigste.

 

Kredit-Mythos Nummer 5: „Die Schufa – Mein größter Feind“

Die Schufa flößt vielen Kreditnehmern und Verbrauchern Angst ein. In den meisten Fällen hört man nur Schlechtes: Hat man mit ihr zu tun, bedeutet das nichts Gutes. Jedoch haben viele Menschen einen falschen Eindruck. Das kommt meist davon, dass man sich nicht näher mit der Schufa beschäftigt. Sie ist eine privatwirtschaftliche Wirtschaftsauskunftei, die ihre Vertragspartner vor Kreditausfällen schützen soll. Sie überprüft die Kreditwürdigkeit der Kunden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie generell gegen den Verbraucher und für die Bank arbeitet. Verbraucher können sie sogar nutzen und einmal im Jahr kostenlos einen Auszug ihrer Kreditbiografie anfordern. Falschangaben oder bereits veraltete Einträge können so auch richtig gestellt werden.

Fazit: Die Schufa hat eine schützende Funktion – für Banken und Verbraucher.