JPMorgan: Entschädigung für BayernLB

JPMorgan Chase & Co., eine der größten Banken der USA und das zweitgrößte börsennotierte Unternehmen der Welt, ein ausgewiesener Spezialist in Aktien und im Aktienhandel, wird nun Investoren mit etwa 4,5 Milliarden US-Dollar für erlittene Verluste aus heiß umstrittenen Hypothekengeschäften entschädigen, nachdem diese Investoren konsequent ihre Schadensersatzersprüche gegenüber JPMorgan Chase & Co. verfolgt hatten. Zeitgleich hatte sich die Bank auch bereits mit der US-Regierung auf einen Vergleich in Höhe von 13 Milliarden Dollar geeinigt. Ähnliche Agreements musste auch schon die Bank of America im Jahre 2011 mit ihren Anlegern treffen.

Ein Bankriese mit zweifekhaftem Geschäftsgebaren
JPMorgan Chase & Co., mit Sitz in Manhatten, war aus der im Jahre 1823 als New York Chemical Manufacturing Company und im folgenden Jahr in eine Bank umgewandelten Institution hervor gegangen und hatte sich im Verlaufe vieler Jahre schließlich zur größten Bank in den Vereinigten Staaten entwickelt. Teilweise war diese Größe ein Resultat der Übernahme zahlreicher anderer Banken. So hatte JPMorgan Chase & Co. als Spezialist für Aktien und Aktienhandel beispielsweise auch im Jahre 2008 die New Yorker Bank Bear Stearns übernommen, die im Zuge der weltweiten Finanzkrise und des Zusammenbruches zweier Hedgefonds vor der Insolvenz stand. JPMorgan Chase & Co. schluckte damals Bear Stearns, unterstützt von der Fed, die ein Zusammenbrechen des US-amerikanischen Finanzmarktes infolge der Insolvenz von Bear Stearns befürchtet hatte. Gleichzeitig ließ JPMorgan Chase & Co. verlauten, für alle finanziellen Verpflichtungen von Bear Stearns gegenüber den Anlegern und Investoren einzustehen. Tatsächlich ergaben jedoch spätere Ermittlungen der New Yorker Staatsanwaltschaft, dass es bereits vor dem Kauf von Bear Stearns zu Fällen massiven Betrugs gegenüber den Anlegern von Bear Stearns in den Jahren 2006 und 2007 gekommen war. Offenbar hatte Bear Stearns Anleger und Investoren ganz bewußt in dem Glauben gelassen, dass sämtliche durch Immobilienhypotheken gedeckten Wertpapiere, die die Bank gehandelt hatte, stets einer sorgfältigen Überprüfung unterzogen würden, um die Anleger auf diese Weise zu beruhigen. Tatsächlich handelte es sich jedoch um faule Immobilienkredite, die zu einem Verlust von etwa 22,5 Milliarden US-Dollar für die Anleger führten. Ähnlich auch der Fall der Washington Mutual, ein weiteres durch JPMorgan Chase & Co. geschlucktes Kreditinstitut, welcher ebenfalls faule Immobilienkredite im großen Stil verkauft und damit zu erheblichen finanziellen Verlusten bei den Anlegern beigetragen hatte.

Eine Fülle von Klagen
Bereits Mitte Oktober 2013 wurde nun durch die amerikanische Presse bekannt, dass verschiedene Anleger und Investoren dabei seien, sich mit JPMorgan Chase & Co. wegen aus faulen Hypothekenpapieren erlittener Verluste finanziell zu vergleichen. Ein erster dieser Vergleiche, den JPMorgan Chase & Co. eingehen musste, bestand in einer Strafzahlung in Höhe von 4 Milliarden US-Dollar an die für den US-Wohnungsmarkt zuständige Aufsichtsbehörde. Insbesondere werfen die US-Behörden JPMorgan Chase & Co. unlauteres Vorgehen beim Verkauf von Wertpapieren und von Immobilienkrediten noch vor der Finanzkrise vor. Durch die sogenannte Subprime-Krise, das mehr oder minder vollständige Kollabieren des Immobilienmarktes der USA, verloren diese Wertpapiere und Immobilienkredite den größten Teil ihres Wertes und führten damit zum Ruin der Anleger. Die US-Behörden sahen es jedoch als erwiesen an, dass JPMorgan Chase & Co., wie auch zahlreiche andere US-amerikanische Großbanken (beispielsweise Bear Stearns und Washington Mutual), die Anleger bewußt getäuscht habe. Um der Einstellung diverser schwebender Verfahren zu entgehen, stimmte JPMorgan Chase & Co. daher Ende Oktober 2013 einer Pauschalstrafe im Zusammenhang mit den Transaktionen vor der Finanzkrise von 2007 zu. Die Strafzahlungen in Höhe von 4,5 Milliarden Dollar resultieren aus Hypothekenpapieren von Bear Stearns, durch deren Verkauf die Anleger ruinöse Schäden erlitten. Diese 4,5 Milliarden Dollar gehen unter anderem an die BayernLB und die Allianz-Tochter Pimco, die solche faulen Papiere vor der Finanzkrise von Bear Stearns gekauft hatten.