Der Inflationsschreck – Immobilien wieder attraktiver

Immobilien stehen bei deutschen Investoren immer noch hoch im Kurs. Laut einer Studie der französischen Investmentbank Natixis („Global Survey of Institutional Investors“), wozu Investoren aus 19 Ländern befragt wurden, steht die Erhöhung der Immobilienquote für 58 Prozent der Großanleger in den nächsten drei Jahren auf dem Plan. Eine Reduzierung sehen nur rund 9 Prozent der Anleger vor. Immobilen gelten derzeit als „alternatives Investment“. Doch auch hier ist man sich offensichtlich weltweit nicht einig, Europa und die USA klaffen weit auseinander: In Europa wollen rund 65 Prozent die Quote der Immobilien erhöhen, 7 Prozent möchten sie verringern. In den USA sieht es schon anders aus, hier wollen nur etwa 43 Prozent erhöhen und 17 Prozent dagegen die Immobilienquote senken.

Immobilien scheinen nach wie vor Stabilität und Inflationsschutz zu symbolisieren, so sind zumindest die Aussagen der Befragten dieser Studie. Immobilienanlagen haben im Vergleich zu Aktien eine geringere Volatilität. Doch durch einen sehr viel volatileren Markt als in Deutschland, dürfte die USA die Stabilität nicht allzu sehr interessieren. Die Aktionäre haben sich an die enormen Schwankungen gewöhnt, nicht zuletzt durch die Finanzkrise, die unter anderem durch Immobilienkredite entstand. Den Deutschen sind derartige negative Erfahrungen bisher zumindest erspart geblieben. Die letzten Jahre waren maßgebend für die deutsche Immobilienwirtschaft: Wer sein Geld sicher anlegen wollte, investierte sein Vermögen in eine schöne Immobilie und sicherte sich so seine Rendite. Doch diese Sicherheit ist schon längst nicht mehr gegeben. Auch der deutsche Immobilienmarkt ist volatiler geworden.
Auch der Inflationsschutz dürfte mittlerweile für die Amerikaner belanglos sein, da die Furcht vor einer Depression hier viel größer ist als in deutschen und europäischen Gefilden. Hierzulande gilt der Inflationsschutz als nahezu wichtigste Eigenschaft der Immobilien. Doch ist der als so sicher geltende Inflationsschutz nur Mythos? Ein klein bisschen Wahrheit dürfte sich dahinter schon verbergen. Allerdings ist es nicht so einfach, diesen Schutz tatsächlich nachzuweisen. Durch indexierte Mietverträge hervorgehoben, ist der Inflationsschutz zu einem maßgebenden Anstoß für Investitionen in der Immobilienbranche geworden. Es ist hingegen nachgewiesen, dass nach Abzug der Steuern und Managementkosten dennoch kein Inflationsschutz geboten ist. Somit sollte man sich nicht zu sehr vom Hörensagen einlullen lassen und sich dennoch gründlich informieren, bevor man nur aufgrund eines Mythos in die Immobilienbranche investiert.