Trendpfeil

Aktien als alternative Anlageform

Deutschland ist ein Land der Sparer. Doch vor dem Hintergrund der historischen Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sind auch die Zinsen für Spar-, Tages- oder Festgeldkonten rapide gesunken, auch Staatsanleihen bringen kaum noch Rendite. Viele Sparer fürchten angesichts der extrem niedrigen Zinsen und trotz geringer Inflation nicht zu unrecht, dass ihr Vermögen langsam aber sicher aufgefressen wird. Eine gewinnbringende Alternative ist der Kauf von Aktien, denn die Börsen boomen seit Jahren und der Deutsche Aktien Index (DAX) hält sich auf Rekordniveau. Doch viele Deutsche sind skeptisch, ob sich eine Investition an der Börse lohnt und sie hier ihr Glück versuchen sollten.

Kaum vom Börsenboom profitiert

Die weltweiten Börsen sind auf einem Dauerhoch, die Kurse für viele Aktien explodieren förmlich. Doch die allermeisten Deutschen haben von den boomenden Aktienmärkten bisher nicht oder nur kaum profitiert. Bei den US-Amerikaner, Japaner oder Briten gibt es dagegen kaum Vorbehalte gegen eine Investition in Aktien, während in Deutschland Aktienkäufe nach wie vor von vielen kritisch betrachtet werden. Kein Wunder, dass die Sparkassen einen Rückgang der Aktienberatung um 80 Prozent zwischen 2009 und 2012 melden. Wenn es um das Geld geht, sind die Deutschen nach wie vor sehr sicherheitsbewusst und verfolgen lieber eine konservative Anlagestrategie wie zum Beispiel das Tagesgeldkonto.

Trendwende

Allerdings erwarten viele Experten in diesem Bereich eine Trendwende. Vor allem wenn die Leitzinsen der EZB weiterhin so niedrig bleiben, bieten klassische Sparformen und Anleihen kaum noch Erträge. Daher ist anzunehmen, dass viele Anleger bald damit beginnen werden, ihr Vermögen in Aktien umzuschichten. Einem Gewinnzuwachs von bis zu acht Prozent erwarten Experten im Bereich der Dax-Unternehmen. Daher ist mit einer entsprechenden Kursentwicklung zu rechnen. Besonders Industrie-, Chemie- und Technologiewerte werden wohl von dem Gewinnwachstum profitieren.

Worauf man beim Aktienkauf alls achten sollte

Zunächst gilt es, die Kosten abzuwägen, bevor Anleger ein Depot eröffnen. Das heißt, ein Aktienkauf lohnt sich in der Regel erst ab einer größeren Summe, da sonst die anfallenden Kosten verhältnismäßig hoch sind. Im Idealfall kauft man nicht nur Aktien von einem Unternehmen, sondern streut die Summe auf mindestens zwei Papiere. So können mögliche Verluste bei einem Papier durch die Gewinne des anderen Papiers kompensiert werden. Durch diese Streuung vermindert sich das Risiko eines Totalverlustes des angelegten Kapitals.

Depotgebühren Vergleich verschiedener Anbieter

Wer sein Geld in Aktien investieren und ein entsprechendes Aktiendepot eröffnen möchte, sollte online vergleichen oder sich mit seinen konkreten Vorstellungen hinsichtlich des zu investierenden Betrags und des Unternehmens bzw. Bereichs an seine Hausbank wenden. Hier sollte sich der zukünftige Anleger zunächst ein Angebot einholen, um sich einen Überblick über die anfallenden Kosten zu machen, die je nach Bank sehr unterschiedlich sein können. Anschließend sollte ein Depotgebühren Vergleich mit einer Auswahl von einigen Depotbanken durchgeführt werden. Als Depotbanken werden in Deutschland Kreditinstitute bezeichnet, bei denen nach dem Investmentgesetz Sondervermögen (z.B. Aktien) von Investmentfonds in Wertpapierdepots hinterlegt werden. Auch die normalen Hausbanken übernehmen als depotführende Stelle in der Regel die allgemeinen Funktionen von Depotbanken.

Bevor Anleger ein Depot eröffnen, sollten sie sich außerdem über die weiteren anfallenden Kosten im Rahmen ihres Aktiendepots informieren. Viele Geldinstitute erheben für die Führung des Depots eine Mindestgebühr in Höhe einiger Euro (abhängig vom Anbieter) pro Quartal. Diese Depotgebühren sind vergleichbar mit den Kontoführungsgebühren bei einem Girokonto oder Kreditkartenkonto. Transaktionen wie An- und Verkäufe werden von den Kreditinstituten zusätzlich berechnet. Besonderes Augenmerk beim Depotgebühren Vergleich sollte darauf gelegt werden, dass einige Geldinstitute auch Provisionen und/oder Spesen für den Makler verlangen.

Die Steuern (z.B. Abgeltungssteuer) werden von der depotführenden Bank selbstständig an das Finanzamt abgeführt. In diesem Zusammenhang gibt es einen pauschalen Freibetrag für den Aktionär. Am Jahresende erhält der Aktionär dann einen Jahresdepotauszug mit der aktuellen Wertstellung seines Aktiendepots – ähnlich einem Kontoauszug.

Kurse beobachten – Aktien kaufen und verkaufen

Jedem Aktionär bleibt es selbst überlassen, ob er sich selbst intensiv um die Kursentwicklungen seiner Aktien kümmert oder die Marktbeobachtung lieber seinem Bankberater überlässt. Wichtig ist, diesen Punkt genau mit dem Berater vorher zu klären, bevor es eine böse Überraschung gibt.

Ist man als Aktionär mit der Entwicklung seiner Aktien nicht einverstanden, können diese jederzeit verkauft werden, insofern ein Abnehmer für die Aktien gefunden werden kann. Dabei fallen jedoch jedes Mal 25 Prozent Abgeltungssteuer auf den Verkaufswert an. Gibt es keine Interessenten, können die Aktien auch nicht verkauft werden. Dessen muss sich jeder Aktionär bewusst sein. Grundsätzlich aber lohnt sich eine langfristige Anlagestrategie, also das Halten der Aktien über einen längeren Zeitraum, denn zu häufige An- und Verkäufe verringern am Ende den Gewinn aus der Anlage.